Familienmediation | Mediation bei Kindesumgang

Umgang mit dem gemeinsamen Kind

Mediation - Konflikte beim Umgang mit dem gemeinsamen Kind Zu Sorgerechtsstreitigkeiten kann es sowohl zwischen verheirateten als auch zwischen unverheirateten Elternpaaren kommen. Am wichtigsten ist dabei jedoch, in der Auseinandersetzung mit dem Ex-Partner das Wohl des Kindes nicht aus den Augen zu verlieren. Eine Mediation kann helfen, die Sorgerechtsfrage einvernehmlich zu klären, ohne die Kleinen in die Auseinandersetzung hineinzuziehen.

Ein Beispiel aus unserem Mediationsalltag

Konflikte beim Umgang mit dem gemeinsamen Kind

Beinahe neun Jahre war Johannes K. mit seiner Jugendliebe Alexandra K. verheiratet, als er plötzlich eine neue Frau kennen und lieben lernte. Er reichte die Scheidung ein und zog zu Alice T., einer gelernten Reisefachfrau, aufs Land. Das Scheidungspaar einigte sich darauf, dass ihr gemeinsamer fünfjähriger Sohn Noah weiterhin bei seiner Mutter wohnt. Allerdings bestand Johannes K. darauf, den Kleinen an den Wochenenden zu sich holen zu dürfen. Dagegen weigerte sich Alexandra K. vehement. Sie wollte nicht zulassen, dass Noah während seines Aufenthalts in der Dorfidylle auch von Alice T. betreut wurde, und befürchtete, von der „Ersatz-Mama“ aus ihrer Position gedrängt zu werden. Nach ihrer Vorstellung sollte Johannes K. seinen Sohn nur tageweise besuchen und sich mit ihm im gewohnten Wohnumfeld der Stadt aufhalten. Dies wollte Johannes K. jedoch nicht akzeptieren. Er hatte in letzter Zeit mitbekommen, dass Alexandra heimlich trank – und wollte Noah schon deshalb so oft wie möglich um sich haben. Da beide Seiten nicht von ihren Forderungen und Vorschlägen abrücken wollten und eine Einigung nicht absehbar war, schien alles auf einen langwierigen Sorgerechtsstreit vor Gericht hinauszulaufen. Schließlich erfuhren Sie jedoch durch eine gemeinsame Bekannte von der Möglichkeit und den Vorteilen einer Mediation. Aus Rücksichtnahme auf den kleinen Noah entschlossen sich daraufhin beide zur Teilnahme an einem Mediationsverfahren.

Was bei einem Rechtsstreit geschehen würde

Würde Johannes K. das Thema vor Gericht bringen, würde eine Begutachtung durch das Jugendamt angestoßen, bei der auch das Kind befragt und das gesamte Umfeld der Eltern durchleuchtet würde. Die Fachleute würden schließlich eine Empfehlung abgeben, bei wem das Kind seinen Lebensmittelpunkt haben und wie die Besuche des anderen Elternteils geregelt sein sollten. Möglicherweise würden die Betreuer aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter sogar empfehlen, Noah vorübergehend aufs Land zu geben, wo er laufend von zwei Bezugspersonen betreut werden kann. Dann würde Alexandra ihn unter Umständen nur noch in Begleitung eines Betreuers zu Besuch erhalten. Und Noah wäre zwischen beiden Eltern hin- und hergerissen.

Was eine Mediation | Familienmediation geleistet hat:

Da die Trennung der beiden erst vor kurzem vollzogen wurde, musste zunächst eine ruhige und sachliche Gesprächsatmosphäre geschaffen werden, die den beiden Parteien die Möglichkeit bot, ihre Interessen weitgehend sachlich darzulegen. Im Laufe der Gespräche stellte sich dann heraus, dass die offensichtlichen Forderungen auf beiden Seiten in subtileren Wünschen und Befürchtungen wurzelten. So ging es der Mutter nicht nur darum, dafür Sorge zu tragen, dass für den gemeinsamen Sohn nach der Trennung der Alltag weitestgehend in gewohnter Weise vonstattengeht. Sie befürchtete auch, dass sich ihr Sohn bei seinem Vater womöglich wohler fühlen könnte, als bei ihr – zumal ihr Ex-Mann ihm mit seiner neuen Freundin geregelte Familienverhältnisse vorlebt. Hinzu kamen Bedenken, wonach Johannes K. Noah in der kurzen Zeit, die die beiden miteinander verbringen, zu sehr verwöhnen könnte und damit ihre Erziehung zunichtemacht, nur um den Sohn dauerhaft an sich zu binden. Der Vater hingegen hatte die Sorge, dass die Alexandra K. ihn in erziehungsrechtlichen Fragen außen vor lassen und Noah mehr und mehr von ihm isolieren würde. Außerdem befürchtete er, Alexandra könnte Noah in alkoholisiertem Zustand vernachlässigen. Im Laufe der Mediation zeigte sich deutlich, dass die Beziehung der ehemaligen Partner seit der Trennung auf beiden Seiten von einem tiefen Misstrauen geprägt war, das nur durch offene Gespräche allmählich überwunden werden konnte. Schließlich einigten sich die ehemaligen Eheleute darauf, dass Noah jedes zweite Wochenende bei seinem Vater verbringt. Darüber hinaus beschlossen sie, mindestens einmal pro Woche zu einem gemeinsam festgelegten Termin miteinander zu telefonieren. Hierbei sollte Alexandra K. Johannes K. nicht nur über Neuigkeiten zu Noah auf dem Laufenden halten, sondern zusätzlich sollen die Telefonate auch dazu dienen, dass sich das getrennte Ehepaar auf eine einheitliche Linie bei Erziehungsthemen verständigt. Alexandra sicherte zu, sich hinsichtlich ihres Alkoholkonsums in Beratung zu begeben.

Unsere MediatorenUnsere MediatorenUnsere Mediationen haben diese Familienmediation in vier Sitzungen à 90min. abgeschlossen.