Mediation bei Scheidung/Trennung

Mediation - Scheidung Trennungen gehören für die meisten Menschen zu den schmerzlichsten Ereignissen ihres Lebens. Sie können aber auch zu einer konstruktiven Erfahrung werden, wenn die Beteiligten es schaffen, sich den Respekt füreinander zu erhalten und die gegenseitigen Interessen anzuerkennen. Dann muss eine gescheiterten Beziehung nicht das bittere Ende und schon gar nicht der Schauplatz für einen zerstörerischen Rosenkrieg werden. Abgesehen davon, dass eine „schmutzige“ Scheidung nicht selten horrende Summen verschlingt und die Beteiligten um mehrere zig Tausend Euro ärmer machen kann. Eine Mediation ist dagegen ein Regelungsversuch, der die Betroffenen wenig kostet, sie aber in mehrfacher Hinsicht enorm bereichern kann.

Ein Beispiel aus unserem Mediationsalltag

Scheidung

Nach dreizehn Jahren Ehe reichte Brigitte S. die Scheidung ein. Sie hatte eindeutige E-Mails ihres Mannes auf dem gemeinsamen Computer gefunden. Ihre Vorstellung von einer gerechten Aufteilung des gemeinsamen Vermögens war, das eheliche Haus übertragen zu bekommen und es weiter zu bewohnen, während ihr Mann die beiden abbezahlten Eigentumswohnungen erhalten sollte. Roman S. war nicht einverstanden: Seine neue Lebensgefährtin hatte zwei Kinder und er brauchte Wohnraum für seine neue Familie. Der Konflikt eskalierte immer mehr. Schließlich drohte Roman S. seiner Frau mit der Zwangsversteigerung des Hauses: Wenn er es nicht bekam, sollte auch sie nicht mehr länger darin wohnen dürfen. Eine konstruktive Lösung schien innerhalb kürzester Zeit in unerreichbare Ferne gerückt.

Was bei einem Rechtsstreit geschehen würde

Herr und Frau S. hatten während ihrer Ehe ein Haus und zwei Wohnungen erworben, lebten in Gütergemeinschaft und hatten keinen Ehevertrag abgeschlossen. Somit steht beiden die Hälfte des gemeinsamen Vermögens zu. Ein Rechtsstreit bedeutet angesichts der hohen Verkehrswerte sowie der üblicherweise erforderlichen Gutachterkosten für drei Immobilien nicht nur eine hohe wirtschaftliche Belastung, die am Ende dazu führen kann, dass eine Immobilie des Verfahrens wegen belastet oder verkauft werden muss. Er kann am Ende auch dazu führen, dass alle Objekte in einer Teilungsversteigerung veräußert werden, um sie in einen teilbaren Geldwert zu verwandeln, der exakt auf die Streitparteien verteilt werden kann. Damit wäre am Ende keiner der beiden Eheleute am Ziel seiner Wünsche.

Was Mediation | Trennungsmediation geleistet hat:

In einem ersten Mediationsgespräch legten die inzwischen getrennt lebenden Eheleute ihre Einkünfte offen. Somit konnte die aktuelle Vermögenssituation geklärt werden. In einer offenen Aussprache konnten beide Parteien dem Ehepartner die eigenen Gefühle darlegen. Zudem wurden die Vor- und Nachteile verschiedener Lösungen zur Aufteilung des Vermögens zusammen erarbeitet. Durch die Mediation war es Roman S. möglich, die tiefe Verletzung seiner Frau nachzuempfinden, die nach ihrem Mann nun nicht auch noch ihr Zuhause verlieren wollte. Als Roman S. sein Drängen aufgab, konnte seine Frau sich befreiter mit der Angelegenheit auseinandersetzen und erkannte, dass ein Umzug für sie auch ein Neuanfang sein kann. Das gemeinsame Haus erinnerte sie auf Schritt und Tritt an ihren Verlust und erschwerte ihr damit auch die Verarbeitung der Trennung. Schließlich einigte sich das Paar auf die vom Mann vorgeschlagene Aufteilung – Brigitte S. erhielt die Umzugskosten sowie für die nächsten zehn Jahre eine monatliche Abstandszahlung von ihrem Mann. Er behielt das wertvollere Haus. So konnte Brigitte S. mit den Mieteinnahmen aus ihren beiden Eigentumswohnungen und dem monatlichen Betrag von ihrem Mann ein emotional unbelastetes Traumhaus im Grünen anmieten.

Unsere Mediatoren haben diese Trennungsmediation in sechs Sitzungen à 120min. abgeschlossen.