Konflikte mit Nachbarn | Nachbarschaftsmediation

Streit unter Nachbarn

Mediation - Konflikte mit den Nachbarn Speziell unter Nachbarn kommt es sehr häufig zu Streitereien. Ganz gleich, ob es der Kinderwagen im Treppenhaus, der gemeinsam genutzte Garten, Haustiere oder die Nachtruhe geht: Aus Meinungsverschiedenheiten rund um das eigene Zuhause kann sich schnell ein emotional aufgeladener Nachbarschaftsstreit entwickeln. Ungelöst kann die Fehde für die Betroffenen zermürbend sein und das eigene Leben stark beinträchtigen.

Ein Beispiel aus unserem Mediationsalltag

Bereits der Einzug der Studenten-WG in die über der eines älteren Ehepaars liegende Wohnung verlief wenig harmonisch: Die jungen Leute hatten in der Hektik schlicht vergessen, sich bei ihren Nachbarn vorzustellen. Das dadurch bereits verstimmte Ehepaar reagierte in der Folge umso ablehnender, als ihre jungen Nachbarn begannen, den gemeinsamen Innenhof zur Partyzone zu machen und dort regelmäßig – auch gemeinsam mit anderen Hausbewohnern – Grillfeste zu veranstalten. Prompt reagierten die beiden Frühaufsteher mit lauter klassischer Musik kurz nach Sonnenaufgang. Aus der anfänglichen Antipathie erwuchsen innerhalb kurzer Zeit handfeste Streitigkeiten zwischen den beiden Mietparteien. Um einen drohenden Rechtsstreit zu entgehen, schlugen die neuen Mieter ihren älteren Nachbarn schließlich die Teilnahme an einer Mediation vor. Nach anfänglichem Zögern willigten diese schließlich ein.

Was bei einem Rechtsstreit geschehen würde

Häufig werden Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht ausgetragen. Bestätigen sich die Anschuldigungen des Klägers, so wird in der Regel eine einstweilige Verfügung gegen den Angeklagten erlassen. Im vorgestellten Fallbeispiel wäre es den Studierenden damit verboten worden, nach 22.00 Uhr außerhalb ihrer Wohnung zu lärmen und so Mitbewohner in ihrer Nachtruhe zu stören. Urteile wie diese können zwar dazu führen, dass ein aktuell vorherrschender Konflikt zunächst als gelöst erscheint. Allerdings kommt es in vielen Fällen früher oder später erneut zu Streitigkeiten, da die zugrunde liegende Wurzel des Konflikts, in diesem Fall eine Kränkung, vor Gericht nicht ausgeräumt oder beseitigt wird.

Was Mediation | Nachbarschaftsmediation geleistet hat:

Zu Beginn des Mediationsverfahrens gelang es zunächst, die vermeintliche Unhöflichkeit der neuen Mitbewohner aufzuklären: Es sei keine böse Absicht gewesen, dass sie sich bei den eingesessenen Mietern nicht vorgestellt hätten. Die älteren Mieter nahmen die Entschuldigung positiv überrascht an. In den Gesprächen zur gegenseitigen Lärmbelästigung zeigte sich, dass es bei den Streitigkeiten eigentlich um etwas ganz anderes ging: Wie sich zeigte, fühlte sich das ältere Ehepaar vor allem von den anderen ausgeschlossen, nachdem sie mitbekommen hatten, dass jüngere Mietparteien zu den Grillfesten eingeladen wurden, sie jedoch nie angesprochen worden waren. Damit konfrontiert gaben die Studierenden an, dass sie davon ausgegangen waren, dass die älteren Nachbarn nicht mit ihnen würden feiern wollen. Nachdem es beiden Streitparteien gelungen war, Verständnis für die jeweils andere Seite zu entwickeln, fand sich die Lösung fast wie von selbst: Die Rentner wurden künftig zu den Grillfeiern im Hof persönlich eingeladen, die Party wurde ab 22 Uhr ins Innere der Wohnung verlegt, um die Nachtruhe der Anwohner zu respektieren. Das ältere Ehepaar sagte dafür zu, am Morgen nach einer Feier die Musik nicht vor Mittag einzuschalten.

Unsere Mediatoren haben diese Nachbarschaftsmediation in fünf Sitzungen à 90min. und einer sechsten Sitzung à 60min. abgeschlossen.