Grundsätze der Mediation

Mediation - Frances und Marcus Lentz Zur Festlegung von verbindlichen Qualitätsstandards wurden bereits 1992 erste Mediationsverbände gegründet. Ein verbindlicher rechtlicher Rahmen für Mediationen wurde in Deutschland erst zwanzig Jahre später mit dem Mediationsgesetz (MediationsG) geschaffen. Darin werden unter anderem Richtlinien für die Ausbildung der Mediatoren sowie ein Überblick über ihre Aufgaben innerhalb von Mediationsprozessen beschrieben. Im Wesentlichen werden Mediationen nach folgenden sechs Grundsätzen durchgeführt:

  • Freiwilligkeit: Der Entschluss zu sowie die Teilnahme an der Mediation muss freiwillig erfolgen. Sowohl der Mediator als auch die Konfliktparteien haben damit auch das Recht, das Mediationsverfahren jederzeit abzubrechen.
  • Vertraulichkeit: Alle Beteiligten verpflichten sich in der Mediationsvereinbarung, keine der in der Mediation besprochenen Inhalte Außenstehenden offenzulegen. Dies gilt auch, falls sich im Anschluss an die Mediation ein Gerichtsverfahren nicht vermeiden lässt.
  • Informiertheit: Alle für den Konflikt relevanten Informationen werden zu Beginn der Mediation an die Streitenden weitergegeben.
  • Allparteilichkeit: Der Mediator ist dazu verpflichtet, allen Streitparteien neutral entgegenzutreten und sie gleichberechtigt in das Mediationsverfahren einzubinden. Ferner gehört es zu seinen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die Gespräche konstruktiv geführt werden, sowie gegebenenfalls deeskalierend einzugreifen.
  • Eigenverantwortlichkeit: Die Konfliktparteien suchen ausgehend von den im Mediationsverfahren besprochenen Streitpunkten gemeinsam nach einer geeigneten Konfliktlösung. Der Mediator unterstützt den Entscheidungsfindungsprozess, indem er das Mediationsverfahren anleitet und allen Beteiligten beratend zur Seite steht, ihnen jedoch selbst keine Lösungswege aufzeigt.
  • Ergebnisoffenheit: Welche Ergebnisse das Mediationsverfahren hervorbringt, zeigt sich meist erst am Ende der Mediation. Denn oftmals gelingt es erst im Laufe der Gespräche, eingefahrene Denkschemata aufzulösen und so neue Lösungsansätze zu ermitteln.