Wirtschaftsmediation bei Übernahmen und Fusionen

Wirtschaftsmediation - Konflikte bei Fusionen Das Konfliktpotenzial von Unternehmensübernahmen und -zusammenschlüssen wird selbst von beteiligten Beraterfirmen häufig unterschätzt – oder kleingeredet. Tatsächlich scheitern rund zwei Drittel aller Übernahmen oder Fusionen, weil die Unternehmenskulturen miteinander nicht vereinbar sind oder die Ziele der Umstrukturierung den Beteiligten nicht ausreichend vermittelt wurden. Und selbst, wenn von der Unternehmensspitze her alles richtig gemacht wurde: Viele Mitarbeiter begegnen Veränderungen einfach instinktiv mit Widerstand. Bevor dann beide Unternehmen auseinanderbrechen oder sich gegenseitig am Fortkommen hindern, sollte der Versuch einer Mediation unternommen werden. Er lohnt sich.

Ein Beispiel aus unserem Mediationsalltag

Konflikte bei Fusionen

Nicht nur bei einer feindlichen Unternehmensübernahme kann es zu Auseinandersetzungen kommen. Auch freundliche Zusammenschlüsse bergen mitunter hohes Konfliktpotential: Zwei kleine regionale Tageszeitungen beschlossen, nach jahrzehntelanger Konkurrenz den Schritt zu wagen und ihre Verlage zusammenzuführen. Für beide Zeitungen schien der Zusammenschluss nur Vorteile zu bringen. Der stetige Wettbewerbskampf wäre zu Ende und mit vereinten Kräften könnten neue Geschäftsmodelle erschlossen werden. Die Leitung der neuen Tageszeitung übernahmen beide Geschäftsführer gemeinschaftlich. Nach dem Bezug der neuen Räumlichkeiten dauert es aber nicht lange und die Spannungen wurden spürbar. Anstatt miteinander an einem Strang zu ziehen, bekämpften sich die Beschäftigten gegenseitig. Ein extrem beeinträchtigter Arbeitsalltag und zahlreiche Kundenbeschwerden waren die Folge. Der geplante Erfolg blieb aus.

Regelung ohne Mediation

Im schlimmsten Fall kann die Zerstörung eines Unternehmens das Ergebnis eines schlecht durchdachten Zusammenschlusses sein. Neben Kapital, oftmals in Millionenhöhe, wird auch der lang und mühsam aufgebaute Kundenstamm vernichtet. Die besten Mitarbeiter werden von anderen Firmen abgeworben und das Anknüpfen an alte Erfolge ist meist unmöglich oder wird lange Zeit dauern.

Was eine Wirtschaftsmediation bei Betriebsübernahme und Fusion geleistet hat:

Nach reiflicher Überlegung entschlossen sich die Geschäftsführer, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. In verschiedenen Mediationssitzungen zeigte sich, warum die Belegschaften so negativ auf den Unternehmensschluss reagiert hatten: Die Beweggründe für die Fusion waren nicht ausreichend kommuniziert worden. Das führte zu einer Verunsicherung der Beschäftigten. In Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern wurde deutlich, dass diese befürchteten, ihre Arbeitsplätze könnten eingespart oder abgebaut werden. Schnell wurden Gerüchte laut, eigene Jobs würden an Beschäftigte des früher konkurrierenden Unternehmens vergeben. Auch bei Gesprächen mit den Geschäftsführern kristallisierte sich heraus, dass der Zusammenschluss wohl zu schnell und ohne ausreichende Kommunikation mit den Beschäftigten erfolgt war.

In einer Mitarbeiterversammlung bezogen beide Geschäftsführer Stellung zu den Gerüchten und räumten diese aus dem Weg. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Mediation Maßnahmen zur Teambildung durchgeführt. In gemeinsamen Gesprächen in kleinen Gruppen wurden Ängste offen gelegt und aus dem Weg geräumt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde gestärkt und die Mitarbeiter erkannten die positiven Seiten der Fusion.

Unsere Mediatoren haben diese Wirtschaftsmediation zwischen Firma und Belegschaft in zwei Einzelsitzungen à60min. und vier gemeinsamen Sitzungen à60min., sowie einer meditativen Begleitung bei der Mitarbeiterversammlung durch zwei Mediationen über 180min. abgeschlossen