Mediation bei Kündigung / Verlust des Arbeitsplatzes

Wirtschaftsmediation - Kündigung Kündigungen sind grundsätzlich ein konfliktträchtiges Thema. Die Betroffenen leiden unter Existenzängsten und entwickeln nicht selten Wut und Zorn auf den Arbeitgeber, der ihnen den Laufpass gegeben hat. Vielen Unternehmen ist es trotzdem wichtig, sich im Guten zu trennen – um die Reputation des Unternehmens, gerade auch im Zeitalter des Internets, vor übler Nachrede zu schützen und einen Modus zu finden, der die Beteiligten nicht am Ende doch vor den Arbeitsrichter führt. Eine Mediation kann hier helfen.

Ein Beispiel aus unserem Mediationsalltag

Kündigung

Nach zehn Jahren Betriebszughörigkeit erhielt der stets engagierte Mitarbeiter Thomas P. eine betriebsgedingte Kündigung. Diese erfolgte unter Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen ohne Angaben von Gründen. Für Thomas P. kam die Kündigung völlig überraschend. Gleichzeitig war von seinem langjährigen Arbeitgeber enttäuscht, warum nur er entlassen wurde und dabei keinerlei Gründe genannt bekam. Er mutmaßte, dass sein Arbeitsplatz nicht abgebaut, sondern lediglich anderweitig vergeben werden sollte. Im Unternehmen streute er die Gerüchte, der Neffe des Geschäftsführers würde seine Position übernehmen. Durch diese üble Nachrede störte Thomas P. in erheblichem Maße den Betriebsfrieden. Da er sich seiner Sache sicher ist, beschloss er seine Rechte vor dem Arbeitsgericht geltend zu machen.

Wie es das Arbeitsgericht regelt

Vor dem Arbeitsgericht offenbarte das Unternehmen die Gründe für die betriebsbedingte Kündigung. Das Unternehmen befand sich in einer schlechten wirtschaftlichen Situation. Durch den Abbau der Stelle von Thomas P. hatte das Unternehmen die Chance, zwei andere Arbeitnehmer weiterhin zu beschäftigten. Zudem hatte die Personalabteilung eine Sozialauswahl durchgeführt. Thomas P. war zwar schon seit Beginn seiner Lehre im Unternehmen beschäftigt, jedoch war er im Gegensatz zu anderen Kollegen kinderlos und unverheiratet. Seine Chancen, auf dem Arbeitsmarkt schnell eine neue Beschäftigung zu finden, waren erfolgsversprechend. Auch die Gerüchte bzgl. der Stellenbesetzung mit einem Neffen der Geschäftsführung konnte die Firma zweifelsfrei wiederlegen. Im Fall von Thomas P. hätte das Unternehmen vor dem Arbeitsgericht Recht bekommen. Der Prozess wäre aber für beide Parteien durch die Überlastung der Arbeitsgerichte langwierig und überaus teuer geworden. Zudem hätte das Unternehmen mit weiteren Imageverlusten, etwa durch die Gerüchte von Thomas P., rechnen müssen.

Mediation bei Kündigung / Verlust des Arbeitsplatzes

Um nach der langjährigen positiven Zusammenarbeit im Guten auseinander zu gehen, schlug die Personalabteilung des Unternehmens eine Mediation vor. Gemeinsam mit einem unserer Mediatoren wurden die Standpunkte der Konfliktparteien offen gelegt. Der Mitarbeiter fühlte sich ungerecht behandelt und konnte in den Mediationsgesprächen seinem Ärger und der erlebten Kränkung Luft machen. Für das Unternehmen bot sich mithilfe der Mediation die Möglichkeit, die Kündigungsgründe offen zu legen und Stellung gegenüber den Gerüchten zu beziehen. Durch die schlechte wirtschaftliche Situation des Unternehmens erwies sich die Weiterbeschäftigung von Thomas P. als unmöglich. Für beide Seiten konnte durch die Mediation ein akzeptabler Kompromiss gefunden werden. Der Mitarbeiter verwarf seinen Gedanken einer Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht. Thomas P. nahm zudem seine falschen Behauptungen zurück. Um dem langjährigen Mitarbeiter trotzdem eine Wertschätzung entgegenzubringen, empfahl das Unternehmen ihn bei zahlreichen bekannten Firmen und verhalf ihm so rasch zu einer neuen Anstellung.

Diesen Konflikt konnten unsere Mediationen in nur vier Sitzungen à 60min. auflösen