Baumediation

Baumediation zwischen Bauherr und Bauunternehmer: Voll gegen die Wand…

Baumediation Ob es sich nun um Renovierungsarbeiten oder um den Bau eines kompletten neuen Hauses handelt – Bauvorhaben bilden die Grundlage einer monatelangen engen Verbundenheit zwischen dem Bauherren und dem Bauunternehmer. Das Gebiet des Baurechts ist dabei sehr komplex und voller Fallstricke: Entstehen Mängel, lässt sich daher in vielen Fällen ohne fremde Hilfe nicht eindeutig klären, ob diese durch eine unklare Kommunikation von Seiten des Bauherren oder durch eine wenig gewissenhaft ausgeführte Arbeit des Bauunternehmers verursacht wurden. In solchen Fällen kann eine Baumediation dazu dienen, Missverständnisse aufzuklären und im Sinne beider Parteien zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzufinden und das Projekt gemeinsam zu beenden.

Ein Beispiel aus unserem Mediationsalltag

Streit zwischen Bauherr und Bauunternehmer

Für Jana K. und ihren Lebensgefährten Lars M. sollte vor wenigen Wochen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen: Pünktlich zum dritten Jahrestag ihrer Beziehung wollten sie endlich in ihre erste eigene Wohnung ziehen. Hierfür hatten sie geplant, eine renovierungsbedürftige Wohnung nach ihren eigenen Vorstellungen umbauen zu lassen. In der Baubeschreibung hielten sie dafür alle beauftragten Arbeiten fest. Als die Renovierungsarbeiten fertig gestellt wurden und das junge Paar ihre Wohnung begutachtete, stellte es jedoch fest, dass die Wände zwar gestrichen waren, der Untergrund aber davor nicht geglättet und verspachtelt worden war. Mit Entsetzen erinnerten sie sich daran, dass sie auf diesen Aspekt in der Baubeschreibung nicht explizit hingewiesen hatten, da sie die Vorbehandlung des ramponierten Putzes für selbstverständlich gehalten hatten. Dennoch forderten sie das Bauunternehmen auf, diesen Mangel kostenlos nachzubessern – schließlich hätte das Unternehmen sie bei Vertragsschluss darauf hinweisen sollen, dass dieser wichtige obligatorische Punkt fehlt und deshalb im Rahmen der Renovierungsarbeiten nicht berücksichtigt wird. Das Bauunternehmen wies jedoch jegliche Schuld von sich, verweigerte eine kostenlose Nachbesserung und verlangte die Begleichung des vollen Werklohns. Dieser Forderung wollte wiederum das junge Paar nicht nachkommen, da es in den von Dellen und Schrammen übersäten Wänden eine klare Fehlleistung des Bauunternehmens sah. Das Bauunternehmen befand sich daraufhin in einem Zwiespalt: Einerseits lag ihm die Zufriedenheit des Kunden ebenso sehr am Herzen, wie sein guter Ruf. Andererseits wollte es aber dennoch nicht ohne Weiteres nachgeben. Daher schlug es dem Paar die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung in Form einer Mediation vor. In Anbetracht der Tatsache, dass eine Einigung in  weiter Ferne schien, während der geplante Einzugstermin immer näher heranrückte, nahm das junge Paar diesen Vorschlag schließlich an.

Was ein Rechtsstreit zur Folge gehabt hätte

Eine gerichtliche Auseinandersetzung hätte das Unternehmen erheblich belastet: Nicht nur der Zeitaufwand für das Verfahren und das Prozessrisiko mit erhöhten Unkosten, sondern auch die Tatsache, dass das Bauvorhaben womöglich über Monate nicht ganz abgeschlossen hätte werden können, motivierten den Bauunternehmer zu einer Mediation. Auch das junge Paar war nicht an einem langwierigen Gerichtsverfahren interessiert, das bis zum Urteilsspruch eine Unterbrechung der Arbeiten an der Baustelle zur Folge gehabt hätte. Auf diese Weise hätte ihr symbolträchtiger Einzugstermin, dem sie schon so lange entgegenfieberten, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden müssen.

Was eine Mediation | Baumediation geleistet hat

Im Rahmen der Mediation hatten die Bauherren und der Bauunternehmer zum ersten Mal seit ihrer Auseinandersetzung die Möglichkeit, einander in einem persönlichen Gespräch ihre Standpunkte zu erläutern. In dessen Verlauf erkannten beide Seiten, dass sie ihren Anteil zur unbefriedigenden Gesamtsituation beigetragen hatten. Ebenso stimmten sowohl Bauherr als auch Bauunternehmen darin überein, dass eine schnelle Lösung des Konflikts gefunden werden musste. Schließlich gelang es ihnen, sich auf einen Kompromiss zu einigen: Das Bauunternehmen besserte nach, schliff den Putz ab und ließ die Wohnung erneut streichen. Hierfür rechneten sie lediglich die Materialkosten und eine geringe  Aufwandsentschädigung ab. Im Gegenzug versprach das junge Paar, die Handwerker durch eine klar definierte Eigenleistung bei ihrer Arbeit bestmöglich zu unterstützen. Auf diese Weise konnten die Arbeiten so zügig abgeschlossen werden, dass das Paar sogar bereits am Vortag ihres Jahrestages die rundum sanierte Wohnung beziehen konnte.

Unsere Mediatoren haben diese Baumediation in vier Sitzungen à 120min. und einer fünften Sitzung à 60min. abgeschlossen.